Gesundheit
Auf dieser Seite möchten wir Sie über Krankheiten informieren, die beim Saarlooswolfhond auftreten könnten bzw. schon schon einmal aufgetreten sind. Es ist aber zu aufwendig die Erbfehler in erbliche Abweichungen, Störungen oder Gendefekte zu unterteilen. Wir versuchen einen groben Überblick darzustellen.
Diese Seite und die Informationen möchten wir natürlich ebenfalls up-to-date halten, wenn Sie also Wissen über Krankheiten mit uns teilen oder falsche Darstellungen korrigieren möchten - Kontakt
Einsteigen wollen wir mit zwei Zitaten von Harald Wenner - Eine straffe Übersicht zu Erbfehlern und Gendefekten:
"...Dass jedes Gen und Organsystem von einer genetischen Mutation behaftet sein kann und sich die Symptome von denen erworbener Krankheiten oft gar nicht unterscheiden, macht die klinische Diagnostik oft schwer. Hier sind Informationen des Halters oder Züchters sehr wichtig, da erbliche Erkrankungen meistens unabhängig von äußeren Einflüssen in einem bestimmten Alter auftreten. Erbkrankheiten befallen meist nicht alle Tiere eines Wurfes...."
"...Die Zucht von Tieren bedarf einer hohen Verantwortung und sollte mit der einfachen Vermehrung nichts zu tun haben. Wichtig ist dabei, dass man jederzeit den Ursprung der Zucht zurückverfolgen kann, um Einfluß nehmen zu können und unerwünschte Zuchtergebnisse vermeiden kann...."
Was heißt das für uns; wir müssen zum einen unsere Verpaarungen sehr gut planen (Ausschluss von Linien, in denen Krankheiten / Erbfehler aufgetreten sind, keine Dopplung / Vermehrung von Merkmalsträgern) bzw sind auf die Mithilfe der Halter angewiesen, um entsprechende Informationen über die Gesundheitszustände und die Entwicklung des Hundes zu erfahren. Für die Zucht ist diese Erkenntnis von immens großer Bedeutung. Nicht die Erkennung und Behandlung von erblichen Defekten sondern die Früherkennung und damit die Eindämmung. Ziel eines Züchters sollte es sein, dass sich die mutierten Gene nicht innerhalb einer Familie oder gar einer ganzen Rasse ausbreiten können. Gerade bei dominant (monogene Erbfehler, die durch einen einzigen Genort bestimmt sind) vererbten Krankheiten greifen züchterische Maßnahmen sehr effektiv und führen rasch zu einer Eliminierung des Gendefektes.
In der Tabelle finden Sie einen Überblick zu den Krankheiten als statistische Angabe (keine offizielle Erhebung) zum Auftreten in einer geschätzten Gesamtpopulation (gGP). Diese Angaben beruhen auf bereits bekannten Fällen. Die Informationen kommen von Züchtern oder Haltern und beinhalten Tiere im In- und Ausland, ohne Hunde der niederländischen Vereinigung NVSWH! Die Aussage dieser Tabelle sollte aber grundsätzlich nicht dazu dienen, die Existenz dieser Krankheiten aus den Augen zu verlieren.
| Krankheit | Geschätzte Gesamtpopulation (gGP) | %-ualer Anteil der aufgetretenen Fälle in der gGP |
| PRA | 0,33% | |
| CA | 0,8% | |
| HD | vereinzelt Fälle mit mittelschwerer HD bekannt | |
| ED | 2 Fälle in Holland bekannt | |
| Epilepsie | | nur Einzelfälle seit den 90-ern bekannt, Anteil nicht errechenbar, unklar ob es vererbte oder erworbene Epilepsie war |
| Pankreatitis | ca. 1500 Hunde | 0,2% |
| Hypothereose | 0,33% | |
| Pituarity dwarfism (Hypophysärer Zwergenwuchs) | keine Fälle in Deitschland bekannt, Ausschlussverfahren durch einen Gentest an der Universität von Utrecht (NL), Träger der Mutationen können bestimmt werden | |
| Gebißfehler | nicht errechenbar, Vor- / Rückbiß, fehlende Zähne, etc sind Defekte und treten wie bei allen anderen Zuchtrassen oder Mischlingshunden immer wieder mal auf | |
| ISTA | 0,26% |
Stand September 2008
Kurze Beschreibung der o.g. Krankheiten:
PRA (Progressive Retina Atrophie)
Progessive Retina Atrophie ist ein Sammelbegriff für fortschreitende Netzhautdegeneration mit verschiedenen genetischen Ursachen und Mechanismen. Im wesentlichen wird dabei die Netzhaut durch lokale Stoffwechselfehler im Gewebe der Netzhaut kontinuierlich fortschreitend zerstört. Die klinischen Erscheinungen sind sehr ähnlich bei den verschiedenen Formen. Die PRA führt letztendlich immer zur vollständigen Erblindung des betroffenen Tieres, eine Therapie ist nicht möglich.Beispielgrafik-Träger des Gens in der Zucht / Weiterzucht...folgt...
CA - Katarakt (Grauer Star, hat nichts mit dem Grauen Star als Alterserscheinung zu tun)
Zusammenfassend wird jede Trübung der Linse als Katarakt bezeichnet. Bei schwerer Trübung wird die Linse entfernt und kann durch eine Kunstlinse ersetzt werden.Vererbte Katarakte treten oft um das fünfte Lebensjahr herum auf, ein Problem dabei ist das erkrankte Zuchttiere zu diesem Zeitpunkt bereits mehrmals Nachwuchs gezeugt haben. Erkrankte Tiere sind aus der Zucht zu nehmen. Der Erbgang ist ungeklärt.HD (Hüftgelenksdysplasie)
Unter Hüftgelenksdysplasie (HD) verstehen wir eine Fehlbildung der Hüftgelenke. Die beiden gelenksbildenden Knochen, die Gelenkspfanne und der Oberschenkelkopf passen nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung tritt in der Regel beidseitig auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. HD entwickelt sich in den ersten 15 Monaten des Lebens eines Hundes, später verändert sich nur noch das Ausmass der Arthrose. Junge Hunde mit ausgeprägter HD zeigen v.a. Schmerzen als Folge der unüblich starken Lockerheit der Hüftgelenke. Bei älteren Hunden überwiegen die Schmerzen als Folge der Abnützung (Arthrose) der Hüftgelenke. Bei leichteren Formen der HD können Krankheitshinweise fehlen, solange der Hund nicht stark beansprucht wird. Auch zwischen den einzelnen Hunden bestehen Unterschiede in der Schmerzempfindung: Während der eine Hund mit leichter HD bereits hinkt, hat der andere Hund mit fortgeschrittener Arthrose eine spezielle Bewegungstechnik entwickelt, um Schmerzen zu vermeiden, so dass der Besitzer von der Behinderung möglicherweise gar nichts bemerkt.Einstufung in Schweregrade A=frei, B=Übergangsform (fast normal), C=leichtgradige HD, D=mittelgradige HD, E=hochgradige HD
ED (Ellenbogendysplasie)
Bei der Ellenbogendysplasie (ED) handelt es sich um eine warscheinlich vererbte Wachstumsstörung der Unterarmknochen Elle und Speiche. Dabei kommt es zu einem unterschiedlichen Längenwachstum, der Hund lahmt hochgradig und hat starke Schmerzen. Der Erbgang ist ungeklärt, erkrankte Tiere erhalten Zuchtverbot. Wir unterscheiden weiterhin bei den Mißbildungen in OCD (Knorpel-Knochen-Erkrankung), FPC (gebrochener innerer Kronenfortsatz) und der IPS (der Krümmungsfortsatz des Ellenbogenhöckers ist lose).ED kann allerdings auch durch zu reichhaltige Fütterung eines hochwertigen Welpenfutters oder durch zusätzliche Vitaminpräperatgaben verursacht werden, da daduch das Calcium-Phosphor-Verhältnis gestört wird.
Epilepsie
Epilepsie gehört zur Gruppe der Anfallserkrankungen. Beim Tier zeigen sich die Anfälle als Muskelkrämpfe. Sie können als anhaltende Muskelanspannung oder als Schüttelkrämpfe auftreten. Gleichzeitig beobachtet man oft: Bewusstseinsverlust, Halluzinationen, Verhaltens- und Wesensänderungen, Harn- und Kotabsatz sowie Speicheln. Der Schweregrad kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Auch ein epilepsiekrankes Tier kann ein treuer Gefährte sein. Es braucht Liebe, Betreuung und Beobachtung.Pankreas Insuffizienz (Pankreatitis)
Das Pankreas......als exokrine Drüse: ist die wichtigste Verdauungsdrüse beim Tier. Verantwortlich für die Bildung des Pankreassaftes (Verdauungssaftes). Es enthält die Vorstufen eiweißspaltender, zuckerspaltender und zur Fettspaltung dienende Enzyme.
...als endokrine Drüse: es dient zur Produktion (Langerhanssche Inseln / -Zellen) und direkten Abgabe von Hormonen ins Blut (Glucagen, Insulin, Somatostatin, und Pancreas Poly Peptid).
In der Schulmedizin wird zwischen einer akuten und der chronischen Pankreatitis unterschieden. Von einer akuten spricht man, wenn sich die Bauchspeicheldrüse entzündet (Schwellung des Organs sowie ausgedehnte Nekrosen und Blutungen im Pankreas) hat. Ein mehrmaliges Auftreten der Krankheit mit vollständiger Genesung ist möglich.
Eine chronische Pankreatitis hat verschiedene Ursachen. Sie kann sich aus einer akuten Entzündung entwickeln, wenn diese nicht behandelt und beseitigt wurde bzw ist oftmals erblich bedingt, basierend auf einer Abnormaltät der vom Pankreas gebildeten Enzyme, welche das Gewebe schädigen. Andere Formen sind auf äußere Umwelteinflüße zurückzuführen.
Symptome: chronische, starke Schmerzen, Gewichtsverlust, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber
INFO: Da die klinische Diagnostik zur Feststellung der Pankreatitis nicht ganz einfach ist, wird oftmals auch eine Futtermittelunverträglichkeit mit der oben beschriebenen Erkrankung verwechselt. Der SWH reagiert auf Getreidemittelzusätze ebenfalls mit Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen oder breiiger Kotabgabe. D.h. bei Fütterung von Fertigprodukten, die fast alle einen hohen Anteil an Getreidemittel haben, kann es zu diesen Anzeichen durch die Unverträglichkeit des Futters kommen.
Schilddrüsenprobleme (hier: Unterfunktion = Hypothyreose)
Bei einer Unterfunktion liegt im Körper ein Mangel an Schilddrüsenhormonen vor. Der Stoffwechsel läuft auf, 'Sparflamme'. Eine Unterfunktion kann angeboren sein oder durch eine Schilddrüsenentzündung, Operation oder Radiojodbehandlung entstehen. Anzeichnen einer Unterfunktion sind zum Beispiel: Müdigkeit, Lustlosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, Verstopfung...Zwergenwuchs (Pituarity Dwarfism oder Nanismus pituitarius)
hier: Hypophysärer ZwergenwuchsDiese Erkrankung wurde in den frühen vierziger Jahren in Deutschland beschrieben und ist seither nicht nur beim Deutschen Schäferhund, sondern bei vielen anderen Rassen aufgetaucht. Es handelt sich um einen autosomal-rezessiven Erbgang. Die klinischen Symptome werden durch das Defizit des Wachstumshormons und manchmal auch anderer hypophysärer Hormone gekennzeichnet. Die Hunde sind Zwerge, wesensverändert (Angst, aggressiv), die permanenten Zähne kommen verzögert und die Immunantwort ist reduziert. Das Welpenfell bleibt und mit der Zeit werden die Tier alopezisch und hyperpigmentiert. Normalerweise sind die betroffenen Hunde Miniaturen ihrer Wurfgeschwister und haben eine Lebenserwartung von 3-5 Jahren. Um die Hunde als Merkmalsträger auszuschließen, gibt es seit geraumer Zeit einen Gentest an der Universtät von Utrecht (NL). Hierbei wird das eingesandte Blut auf Mutationen untersucht. Bei der Auswahl der Zuchthunde ist es wichtig, dass nicht zwei Merkmalsträger (Rüde + Hündin) der Mutation verpaart werden dürfen!
Herzfehler (ISTA = Isthmus-Stenose der Aorta)
Bei diesem Herzfehler handelt es sich um eine Verengung (Stenose) an einem bestimmten Abschnitt (Isthmus) der Hauptschlagader (Aorta).Der Isthmus befindet sich nach dem Bogen, den die Hauptschlagader macht, um nach unten in den Bauchraum und zu den Beinen zu gelangen. In diesem Bereich bestehen noch vernarbte Reste des Ductus arteriosus (DA), einer Kurzschlußverbindung von der Hauptschlagader zur Lungenschlagader. Diese Verbindung hatte für den Kreislauf des Welpen im Mutterleib große Bedeutung. Nach der Geburt verkümmert diese Verbindung.
Manchmal verkümmert aber auch ein Teil der benachbarten Hauptschlagader und führt somit zur Verengung in diesem Bereich (ISTA).
Die linke Herzkammer muß immer mehr Druck aufbringen, um diese Verengung zu überwinden, um die Bauchorgane und die Beine mit Blut zu versorgen. Auf Dauer führt diese Mehrarbeit zu einer Vergrößerung der linken Herzkammer und schließlich zur Herzmuskelschwäche. Symptome: Husten, Leistungsschwäche, blaue Zunge oder Schleimhäute, zu schnelle Atmung, Atemnot, Ohnmacht, keine Futteraufnahme, Bauchwassersucht
Quellen:
wikipedia.de
HEN - Hunde Erbkrankheiten Netzwerk
Hundezeitung.de
wzrv.de
tknds.de
Uni-Münster.de