Einleitung
Wir möchten an dieser Stelle über die Beweggründe sprechen, warum wir uns entschlossen haben, Saarlooswolfhonden zu züchten und werden versuchen, ein allgemein gehaltenes Statement rund um unsere Saarlooswolfhondenzucht abzugeben. Dies sehen wir für den Interessenten als Information vor der Anschaffung eines solchen Hundes.
DANK
Die Rasse an sich war uns schon seit den 90er Jahren bekannt, aber den Mut aufgebracht, uns einen SWH anzuschaffen, hatten wir erst 2002 (nach all den teilweise seltsamen, spannenden und haarsträubenden Geschichten, die erzählt oder geschrieben wurden). Hier geht unser Dank vor allen Dingen an Alexandra Windl (Kennel Tachunga), eine der erfahrendsten Züchterinnen in der deutschen Szene, die uns über alle Pro's und Contra's bezüglich eines Lebens mit einem Saarloos und der Rasse an sich, ohne wenn und aber aufklärte. Die Offenheit, mit der Alex informiert, ist für manch andere in der nationalen und internationalen Szene LÄSTIG und UNBEQUEM.
Zucht, warum?
Warum nun der Entschluss zur Zucht. Es ist zum einen die Liebe und Hingabe zur Rasse, auf der anderen Seite das Interesse, durch eine seriöse und auf fundierten Kenntnissen basierende sowie kontrollierte Zucht, eine breite genetische Basis für diese Rasse in Deutschland zu schaffen. Durch die Abspaltung bzw. Trennung der Niederländischen Vereinigung vom Rest der Welt, sind die Blutlinien zur Weiterzucht auf beiden Seiten der Lager etwas dünner geworden. Das heißt aber nicht, dass der Saarloos als Rasse vor dem Aussterben steht, so wie es manche behaupten.
Es gibt in Europa genug Blutlinien, um diese Rasse ohne experimentelle Zucht weiterbestehen zu lassen; es muss auch kein frisches Wolfsblut oder andere Flüßigkeiten in die Tiere gebracht werden. Wenn jemand meint, dass die Rasse vom Aussterben oder von Krankheiten betroffen ist, dann soll er entsprechende Informationen (wissenschaftlich und medizinisch begründet) bei den nationalen und internationalen Landesverbänden vorlegen und diese von seiner Theorie überzeugen.
Verantwortung
Kontrollorgane / Dachverbände VDH und F.C.I.
Rassezuchtverbände / Clubs
Kommerz oder redliche Absichten?
Unsere übrigen Hunde...
Wir vertreten aber die Meinung, dass es grundsätzlich bei einer Hundehaltung (unkastrierte Rüden und Hündinnen), egal ob nun zwei oder zehn Hunde zusammenleben, eine Kontrolle während den Läufigkeiten geben muss, entweder durch Separation (Gehege) oder wer absolut nicht in der Lage ist zu kontrollieren, durch Sterilisation. Der Großteil unserer restlichen Hunde ist sterilisiert oder kastriert (kamen bereits in diesem körperlichen Zustand zu uns) und werden in unserer Hundeschule als Therapiehunde eingesetzt bzw. laufen vor einem Schlitten und ziehen diesen. Auch die Wolfhunde sind in diese tägliche Arbeit fest integriert...
Kreuzungshundezucht
Was die Ziele dieser Verpaarungen sind, ist uns nicht ganz klar. Was man aber grundsätzlich sagen muss, es dient nicht zur Blutauffrischung, der Rückzucht zur Gesundheit oder der Wesensfestigung der Rasse Saarlooswolfhond. Alle Dr. Mabuse's und Dr. Frankenstein's die versuchen, sich mit großen Namen aus der kynologischen Welt und ihren Hinterhofverpaarungen auf eine Stufe zu stellen, sind für uns keine seriösen Züchter. Die meisten dieser Verpaarungen werden mit Tieren durchgeführt, die noch nicht einmal medizinische Pflichtuntersuchungen haben, geschweige denn das nötige Alter, welches für die Zucht Voraussetzung ist. Der Grund in 90% aller Fälle sind kommerzielle Absichten, ohne den Background eines guten Züchters zu haben. Es wird mit den Namen Wolfhund oder Saarloos in Europa sowie in Übersee Schindluder getrieben, niemand hat Einfluss darauf. Das Angebot solcher Hunde geht über "süße, kleine Wölfchen abzugeben" oder Saarloos-Mixe (warum werden keine Schäferhund-Mixe angeboten?) oder man hat in seiner Web-Adresse den Namen Saarloos, um diesen zweckentfremdend einzusetzen bzw. man legt ein halb-seidenes Tuch von Cowboy-, Indianer- oder Weite-Prärie-Spirit über seine Machenschaften. Der Clou dieser Hundevermehrer ist die Behauptung, dass die Rasse SWH durch Inzucht völlig krank sei. Wenn dem so wäre, würde ich mir als Züchter dieser Produkte einmal überlegen, ob ich mit einer solch kranken Rasse überhaupt Verpaarungen anstreben sollte (durch die Vermischung der Gene der Rassen werden nämlich auch die Krankheiten des Saarloos' übernommen bzw erweitert sich das Spektrum an Erbfehlern, da die Kreuzungsrassen ebenfalls nicht frei von Gendefekten sind!). Auf der einen Seite verdamme ich diese Rasse wegen den angeblichen Krankheiten, auf der anderen nutze ich den Namen Saarloos kommerziell, um meine Produkte zu verkaufen! Seltsam...
Diese Probleme findet man mittlerweile auch bei der Rasse TWH!
Hybriden - Wolfsmischlinge - Wolf(s)hundmischlinge
Zu Hybriden ist nur eines zu sagen, Finger weg. Bei den Wolfsmischlingen gibt es in Amerika unseres Wissens nach Züchter, die über die 5. Generation hinaus Wolf (-was auch immer-) Mischlinge (mehr oder weniger Hund, gepaart mit Husky, Malamuthe, Schäferhund und Wolf, auch bekannt unter dem Namen AWH - Amerikanischer Wolfhund / AWD - American Wolfdog oder Spencer Wolfdog) züchten, die uns aber auch vom Wesen her nicht bekannt sind. Hier raten wir ebenfalls, Finger weg. Zu guter Letzt bleiben noch die Wolf(s)hundmischlinge, die aus Verpaarungen von Tschechoslowakischer Wolfhund und Saarlooswolfhond entstanden sind. Diese Behauptungen konnten bis heute nicht belegt werden, auch nach Untersuchung durch den VDH bleibt das Rätsel ungelöst. Um Sie aber nicht völlig zu verwirren, phaenotypisch gibt es Saarlooswolfhonden, die Erbgut der TWH's mit sich tragen und auch vom Exterieur / Wesen an diese erinnern oder umgekehrt. Hier müssen Sie sich bei der Auswahl des Welpens von Ihrem Züchter ihres Vertrauens eingehend beraten lassen. Die Rassen SWH und TWH haben durch ihre Zuchtziele völlig unterschiedliche Charaktere oder Aussehen, die ein guter Züchter aber erkennen sollte und entsprechend einordnen kann.
Unfallzucht
Wie auch immer; ob gewollt oder unfall-bedingt, es hat nichts mit kontrollierter und seriöser Zucht zu tun. Dies kann zwar jedem passieren, aber ich muss den Mut haben, den Unfall einzugestehen und es meinem Welpeninteressenten sagen. Das Problem dieser Unfallwürfe sind häufig stark inzestöse (oder Streunender-Hund-) Verpaarungen. Also, für diese Hunde sollten Sie (wenn ohne Papiere) nicht mehr als ein Schutzgeld für die Abgabe bezahlen sowie einen vernünftigen Abgabe-Vertag unterzeichnen.
Nur persönliche Ansichten...
Letztes Statement
WIR ZÜCHTEN HUNDE!